Neue Heimstatt am Viaduktsportplatz eingeweiht

Innerhalb weniger Monate rissen Stadtilmer altes Vereinsheim ab und ersetzten es durch einen modernen Neubau

Von Britt Mandler

Kinderlachen schallt über den Viaduktsportplatz. Dort, wo lange Jahre ein Gebäude stand, das eher einer Bruchbude glich, wuseln Erwachsene umher. „Präsi, wo ist die Schere?“, wird Matthias Taurit gefragt. Er ist Präsident des Fußballsportvereins Blau-Weiß 90 Stadtilm und wird gleich zum Mikrofon greifen. Denn an diesem Samstagvormittag gibt es etwas zu feiern.

Bürgermeister Lars Petermann (parteilos), Landessportbundchef Peter Gösel und Matthias Taurit (von links) bei der Einweihung. Foto: Britt Mandler

Gut drei Jahre ist es her, da wurde die Bruchbude das erste Mal im Stadtrat thematisiert. Dass das Gebäude nicht mehr zu retten ist, war allen Beteiligten klar. Schlimmer noch: Die Sportler hatten hier weder Umkleiden noch Duschen, die modernen Standards genügten. Und wenn auf dem Sportplatz Großveranstaltungen wie das Gregoriusfest stattfanden, dann wurde für die Besucher der Toilettengang zur Qual.

Die Stadt stellte daraufhin beim Landessportbund einen Förderantrag. 35 000 Euro wurden genehmigt. Stadtilm steuerte 30 000 Euro bei. Und der Verein ein weiteres Drittel. „Wir dachten, das sind Eigenleistungen“, sagt Taurit. Damals wusste niemand im Verein, wie viel ihnen das Projekt wirklich abverlangen würde. „Das war aber auch gut so, sonst hätten wir vielleicht gar nicht erst angefangen“, ist „Präsi“ realistisch.

Als die Fördermittelzusage kam, musste es ganz schnell gehen: Der Altbau musste in Eigenleistung abgerissen werden. Größtes Ärgernis: Auf der Baustelle wurde immer wieder geklaut. „Als aus der Bodenplatte nur noch ein alter, gusseiserner Wasseranschluss herausragte, verschwand auch der noch“, erinnert . Der Verein ist daher der Sparkasse dankbar, die als Sofortmaßnahme einen neuen Zaun sponserte. Seitdem ist Ruhe.

Zimmerer Thomas Erdmann stellte innerhalb von drei Tagen einen Rahmen, der das neue Vereinshaus wurde. Die handwerklichen Fähigkeiten der Sportler erkannte er sehr genau, sagt Taurit amüsiert. „Manchen teilte er qualifizierte Arbeiten zu, andere bekamen den Besen in die Hand.“

Fast jedes Wochenende wurde anschließend gewerkelt. Wie viel Detailarbeit in einem Neubau steckt, habe er persönlich unterschätzt, gibt Taurit zu. Es blieb nicht bei Eigenleistungen für den Verein, da Einrichtungsgegenstände ergänzt werden mussten. Aus einer Schule in Aschaffenburg stammen die Kabinenbänke, die komplett überarbeitet wurden. Aus einer Großfleischerei kommt die Fußballschuh-Waschanlage, die hinter dem Haus steht, die Küche stellte eine Familie zur Verfügung.

Die Kabinen sind nun ebenso modern und hell wie die Dusche. Ein Vereinszimmer steht zur Verfügung und auf der Rückseite des Gebäudes befinden sich die Sanitäranlagen, die bei Festen separat genutzt werden können, ohne dass die Massen durch das Haus stürzen müssen. Taurit ist die Rührung deutlich anzumerken, als er den Mithelfern dankt.

Dann ist es endlich soweit: Bürgermeister Lars Petermann (parteilos) und Landessportbundchef Peter Gösel durchschneiden das Band. Das Großprojekt des FSV ist vollendet.

 

Quelle: Thüringer Allgemeine – Lokalsport Ilm-Kreis, 04.09.2017